Die Welt der E-Zigaretten wird immer beliebter – sei es unter Umsteigern, Genießern oder Neugierigen. Doch obwohl Geschmack und Markenwahl oft im Fokus stehen, lohnt sich ein Blick auf das, was wirklich in einem E-Liquid enthalten ist. Wer weiß, was er dampft, trifft bewusste Entscheidungen – und kann sein Dampferlebnis gezielt verbessern.
Ein typisches E-Liquid besteht aus vier Hauptbestandteilen: pflanzliches Glycerin (VG), Propylenglykol (PG), Aromen und – je nach Bedarf – Nikotin. Jeder dieser Inhaltsstoffe erfüllt eine bestimmte Funktion und beeinflusst Geschmack, Dampfverhalten sowie das Gefühl beim Inhalieren.
Pflanzliches Glycerin (VG – Vegetable Glycerin)
VG ist ein farb- und geruchloser, leicht süßlicher Stoff, der aus pflanzlichen Ölen wie Kokos- oder Palmöl gewonnen wird. Es wird schon lange als Lebensmittelzusatz und Feuchthaltemittel verwendet und gilt in der EU als gesundheitlich unbedenklich.
In E-Liquids sorgt VG für dichte, voluminöse Dampfwolken und ein sanftes Gefühl beim Inhalieren. Gerade für sogenannte „Cloud Chaser“, die großen Dampf bevorzugen, ist ein hoher VG-Anteil wichtig. Allerdings ist VG sehr zähflüssig, was bei manchen Geräten zu Nachflussproblemen führen kann – besonders bei kleinen Coils oder schwächeren Verdampfern.
Propylenglykol (PG – Propylene Glycol)
PG ist eine klare, dünnflüssige und nahezu geschmacksneutrale Flüssigkeit. Es wird ebenfalls in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt. In E-Liquids sorgt PG für die Geschmacksübertragung und den sogenannten „Throat Hit“ – das charakteristische Gefühl im Hals, das viele ehemalige Raucher schätzen.
Ein weiterer Vorteil: PG verdampft schon bei niedrigen Temperaturen, wodurch es besonders gut für kleine, energieeffiziente Geräte wie Pod-Systeme geeignet ist. Einige Nutzer berichten jedoch über eine leichte Reizung oder Empfindlichkeit bei hohen PG-Anteilen. In solchen Fällen empfiehlt sich ein Umstieg auf ein Liquid mit höherem VG-Anteil.
Aromen – Der Geschmacksträger
Die Aromen im Liquid bestimmen, wie dein Dampf schmeckt – von fruchtig über frisch bis süß oder herb. Sie stammen überwiegend aus der Lebensmittelindustrie und sind für den menschlichen Verzehr zugelassen. Es gibt sowohl natürliche als auch künstlich hergestellte Aromen.
Ob du lieber einen Klassiker wie Tabak, etwas Frisches wie Menthol oder ausgefallene Kombinationen wie Mango mit Minze dampfst – die Vielfalt an Geschmacksrichtungen ist einer der größten Vorteile des Dampfens. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass beim Inhalieren andere Prozesse ablaufen als beim Essen. Daher wird die Langzeitsicherheit von Aromen beim Dampfen weiterhin erforscht.
Nikotin oder Nikotinsalz – Für den gewissen Kick
Nikotin ist der süchtig machende Bestandteil klassischer Zigaretten. Im E-Liquid ist es jedoch genau dosierbar oder sogar komplett weglassbar. Je nach Dampfer-Typ und Gerät kommen dabei zwei Formen zum Einsatz: klassisches Nikotin oder Nikotinsalz.
Klassisches Nikotin liefert ein stärkeres Kratzen im Hals und wird bevorzugt von erfahrenen Dampfern genutzt, die mit Sub-Ohm-Geräten und hoher Dampfproduktion arbeiten. Nikotinsalz hingegen ist milder im Geschmack, wirkt schneller und eignet sich besonders gut für Pod-Systeme oder Einsteiger, die einen sanften Umstieg suchen.
Die erhältlichen Nikotinstärken reichen in der Regel von 0 mg/ml (nikotinfrei) bis zu 20 mg/ml, je nach individuellen Bedürfnissen.
Dein Dampf, dein Stil – Warum Wissen den Unterschied macht
E-Liquids bestehen aus wenigen, aber entscheidenden Bestandteilen. Wer sie kennt, kann gezielter auswählen und bewusster dampfen. Pflanzliches Glycerin sorgt für Dampf, Propylenglykol bringt den Geschmack, Aromen machen den Reiz aus, und Nikotin entscheidet über die Wirkung. Egal ob mit oder ohne Nikotin, süß oder herb, viel oder wenig Dampf – du bestimmst, was zu dir passt. Und genau das macht das Dampfen so individuell.
Leave a reply